Zeit to be in touch

Zeit to be in touch

Zeit ist und bleibt ein merkwürdiges Phänomen für mich. Dieser Sommer fühlt sich nach einem Zeitloch an, er dauert gefühlt schon sehr lange und es passiert angenehm wenig…das ist schön und entspannend und meine Gedanken haben Zeit zu schweifen. Dabei stolpern sie über verschiedene Zeiten und mir fällt auf, dass wir seit fünf Jahren diesen Sommer in unserer Praxis sind, das ging gefühlt schnell, schneller am schnellsten. Und ich erinnere mich, das ich im Oktober vor zehn Jahren meine ersten Klienten hatte. Und wie anders die Welt damals funktioniert hat. Zugegeben bin ich kein Fan dieser ganzen Digitalisierung, die Ausmaße, die das angenommen hat nerven mich und sind mir persönlich oft zu viel. Teilweise dachte ich, ich müsste da mehr mitgehen und mich anpassen. Aber Anpassung war zum Glück noch nie meine Stärke….

Deshalb freut es mich so, wie persönlich und direkt meine Arbeit ist und auch gar nicht anders sein kann. Denn sie funktioniert weder online, noch durch die Luft und nicht über Skype. Es braucht zwei Menschen in einem Raum, deren Aufmerksamkeit, deren Wahrnehmung und deren körperliche Präsenz.

Alles, was wir erlebt haben ist in unserem Körpergedächtnis gespeichert. Trotzdem befindet sich unser Körper immer nur in dem Moment, in dem wir real sind – sei es schlafend im Bett, redend am Telefon, Fahrrad fahrend auf der Straße, beim Essen mit Freunden, auf der Yogamatte, im See schwimmend, in der U-bahn sitzend, die Sonne genießend, schwimmend im Meer, Trauer erlebend, krank sein, Visionen austüftelnd, Trennung durchstehend usw. Die Fähigkeit in Tagträumen zu versinken oder sich die Vergangenheit zurückzuwünschen, sie zu verklären, zu hassen oder von ihr zu träumen hat nur unser Geist, und weil mir der deutsche Ausdruck dafür nicht gefällt nenne ich es jetzt mal Mind. Das ist auch der Teil von uns, der sich in die Zukunft bewegt, weil da hoffentlich und bestimmt alles besser wird als heute 😉 oder alles doch noch viel schlimmer wird ( je nachdem, wie wir veranlagt sind) oder sich an einer anderen Person verhakt und sich mit dieser ausgiebig beschäftigt. Da geht unsere Energie dann auch unweigerlich hin und eigentlich drauf. Wir bewegen uns  gedanklich in diesen Kategorien und immer hat unser Denken ein Muster, eine bestimmte Schleife, oft ermüdend und langweilig. Wer von Euch darauf achtet weiß, das es da nicht soviel Abwechslung gibt.

Wie abgetrennt ist diese ganze „Bewegung“, die wir alle tagtäglich mit unserem Mind machen oft von der Situation, in der wir uns real mit unserem Körper befinden.Ist dies ein andauernder Zustand schafft das mitunter schlechte Laune, Unruhe, Rastlosigkeit, Druck, Unzufriedenheit, Ängste und diverse Blockaden im Körper. da sind wir NOT in touch, es überwiegt ein Teil von uns…. Die ausgeglichene Präsenz von unserem Körper, unseren Emotion und unserem Mind ist eine super Basis von der aus wir planen, handeln oder einfach auch mal nur sein können. Wenn unser Körper mehr mit diesen anderen Teilen von uns verbunden ist und diese Bereiche ineinanderfließen können entstehen neue Erfahrungen  Kreatives und Überraschendes. Kürzlich stand eine Klientin nach ihrer Sitzung auf, hat mich angeschaut und meinte: „ Das ist unglaublich, ich lächle, mein Körper ist ganz weich und ich kann mir vorstellen, dass ich heute Nacht gut schlafe. Ich hätte nie gedacht, das ich so mit einem Thema umgehen kann, dass mir so an den Nerven zehrt….“

Genau das ist es, was ich liebe, wenn der Körper präsent ist: es wird so oft weniger kompliziert, klarer und ruhiger in unserem ganzen System – we are in touch!